Was genau macht den Spargel eigentlich so begehrenswert? Ist es die spezielle Konsistenz des weißen Spargels? Oder die schnelle Zubereitung? Die zeitlich begrenzte Verfügbarkeit? Oder bilde ich mir pünktlich zum Saisonstart den Hype nur ein? Hierzu müsste ich glatt mal eine Umfrage starten. Mir kommt er immer ganz gut in die Quere, wenn ich gerade von den fetten Zeiten auf leichte Küche umstelle, es versuche, möchte, zu hoffen wage.

Hier findet ihr alles Wissenswerte rund um die kleinen Stangen!

Was ist Spargel und welchen gibt’s?

Asparagus officinalis gehört zu einer Vielzahl von Spargelgewächsen, uns am Bekanntesten als Gemüsespargel. Wusstet ihr eigentlich, dass Agaven auch zur Familie der Spargelgewächse zählen? Na wenn das so ist können wir ja demnächst beruhigt einen oder auch zwei Tequilashots trinken. Ihr wisst schon, heilende Wirkung und so.

Weiß, grün, violett. Weißer Spargel wächst unterirdisch in langen Hügeln. Sobald er das Licht der Welt erblickt, wird er geerntet. Die Spitzen verfärben sich violett. Je länger der Spargel es sich in der Sonne gemütlich macht umso violetter verfärbt sich die Schale. Was dann, surprise surprise zu violettem Spargel führt. Dieser schmeckt etwas bitterer als sein weißer Gefährte. Grüner Spargel bleibt direkt an der Erdoberfläche, enthält viel Vitamin C und Chlorophyll durch das tägliche Sonnenbad. Dann gibt’s noch den wilden Spargel, hier aber seltener anzutreffen (Peru).

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Aber wo kommt er her und was kann er so?

Die Ägypter, die Griechen, die alten Chinesen, die Römer, allesamt wussten den Spargel zu schätzen. Ursprünglich als Heilmittel, erhoben die Römer ihn zur Delikatesse Sie brachten ihn durch ihre Eroberungszüge nach Europa. Er galt bei der römischen High-Society als unverzichtbar bei jedem Festmahl. König Augustus soll ausgewachsener Spargelfan gewesen sein. Vor rund 4000 Jahren war er bereits den Chinesen in der Medizin bekannt. In Bayern befindet sich das europäische Spargelmuseum, hier könnte ihr nach Lust und Laune auf genaue Spurensuche gehen. http://museen-schrobenhausen.byseum.de/de/spargelmuseum

Hippokrates trocknete und verschrieb es bei: (Achtung!) Herzklopfen, Husten mit blutigem Auswurf, Rheuma, Gicht, Milz- und Leberleiden, Potenzproblemen, Arthritis, Blasenleiden, Nierengrieß, Rheuma, Gelbsucht, Hämorrhoiden usw. Ok, er wird wohl kaum ein Rezept ausgestellt haben, aber er erwähnte es in seinen Büchern als Heilmittel.

Wann gibt’s den überhaupt und wer sagt mir, dass die im Supermarkt mich nicht übers Ohr hauen?

„Kirschen rot, Spargel tot“ besagt eine alte Bauernregel. Die jungen Triebe werden von April bis Juni geerntet. Frischer weißer Spargel glänzt, quietscht beim aneinanderreiben und die Köpfe sind geschlossen. Ist die Schnittstelle leicht bräunlich liegt der Spargel schon etwas länger. Bei leichtem Druck sollte noch Wasser austreten. Grüner Spargel hat es da schon einfacher, denn wenn er austrocknet und nicht mehr frisch ist, sieht man das recht schnell. Die Enden sehen aus wie morsches Holz und die Stangen wirken insgesamt eher ausgetrocknet als knackig grün.

Und was mach ich dann zu Hause mit dem?

Frisch zubereiten. Sonst in ein feuchtes Tuch  einpacken und ab in den Kühlschrank (haltbar ca. 2-3 Tage). Einfrieren (roh) für  ca. 6 – 8 Monate. Nicht Auftauen, sondern direkt in kochendes Wasser geben.

Geschält wird der weiße Spargel komplett, außer die Köpfe. Grüner nur vorsichtig an den Enden (Stangen vorher waschen).

Gekocht wird weißer Spargel ca 15-20 min, je nach Dicke – Grüner ca. 10 min. Theoretisch kann Spargel auch roh verzehrt werden.


Und dann?

Gebrutzelt. Gebacken. Getrunken.

Mein Liebling ist eindeutig der Grüne.

Welcher ist eurer?

Eure Desi

4 replies on “O´spargelt is

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