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Rot trifft grün oder wie mich der Erdbeer-Spargel-Salat umstimmte

Ich mag keinen Spargel. Entschuldigt, mochte. Pünktlich zu Beginn der Spargelzeit oder wie der Bayer vermutlich sagt: „O spargelt is“, flüchtete ich im Restaurant, beim Einkaufen oder auf dem Markt vor den weißen Stangen. Bis dato waren meine Erfahrungen doch ziemlich ernüchternd: Schälen, schälen, schälen, schrieb ich bereits schälen. Gut, Spargel gibt’s auch fertig geschält. Diese Ausrede zählt also nicht. Was mich aber dann beim kosten des Gerichts ereilte, war schlichtweg, nun, so gar nicht meins. Während ich versuchte den Spargel zu kauen, wurde der Flüssigkeitsspiegel in meinem Mund zwar immer größer, doch der Spargel nicht kleiner. Okay hilft nur schlucken. Was macht man, wenn aber die Hälfte des Zeugs irgendwie bereits ein Stockwerk tiefer hängt, sich aber nicht im Teil vom Mund trennen lässt? Sich immer panischer unwohl fühlen, möchte man so jung doch noch nicht ersticken. Somit war mein Spargelintermezzo ein Kurzes. Unglaublich cool fand ich natürlich die entwässernde Wirkung. Konnte ich mich doch so der Phantasie hingeben, schon am Ziel des vermeintlichen Idealgewichts angekommen zu sein, was zu ausgewachsenen Freudenschreien auf der Toilette führte.

Bis plötzlich etwas Unerwartetes geschah. Ich verliebte mich. Schlagartig. In einem belgischen Restaurant.  Grün traf rot. Heiß erhitzte kalt. Süß begegnete salzig. Es war um mich geschehen und ich tat etwas Infames. Ich probierte. Es schmeckte. Der Mund begeistert, der Magen zufrieden, die Waage ruhig und keiner drohte zu sterben. Das war sie. Meine erste Begegnung mit grünem Spargel, in Form von Erdbeer-Spargel-Salat. Nachkochen. Zu Hause. Sofort. Selbst Mini war begeistert. Das wird er, mein neuer Liebling, grüner Spargel. Selbst an den Weißen traue ich mich langsam aber sicher ran. Mittlerweile habe ich von Quietschtest bis hin zum Schälmarathon alles drauf.

Ja, so ist es manchmal mit uns Frauen, von einem Extrem ins Andere. Erst ist es die doofste Stange der Welt, die mir um Himmels willen niemals auf den Teller kommt, dann warte ich sehnsüchtig am Fenster auf den April, auf die Ankunft der wunderhübschen kleinen Gemüsedinger. Geht mir ja bei den Männern nicht anders.


Das Rezept:

500 g grüner Spargel

1 Schälchen Erdbeeren

2 kleine Lauchzwiebeln

100 g Feta (nach Belieben)

4 EL Olivenöl

2 EL Honig,

3 EL Balsamico

Salz (wer mag Zitronensalz), Pfeffer


Spargelenden abschneiden, bzw. das untere Drittel schälen.  Infos gibt’s hier. In mundgerechte Stücke schneiden und ein paar Minuten kochen. Der Spargel sollte unbedingt bissfest bleiben.

In der Zwischenzeit Erdbeeren waschen, putzen und vierteln. Mit Salz und Pfeffer würzen und unbedingt probieren. Ich liebe gepfefferte Erdbeeren. Mit 2 EL Öl und 2 EL Balsamico vermengen und kurz durchziehen lassen.

Spargel in Eiswasser oder wer es gern einfacher hat, so wie ich: unter kaltem Wasser abschrecken. So bleibt er schön grün.

Zwei kleine Lauchzwiebeln in feine Ringe schneiden und in ca. 2 EL Olivenöl kurz anschwitzen. Spargelstücke hinzugeben. Kurz von allen Seiten anbraten und mit einem Spritzer Balsamico ablöschen. 2 EL Honig hinzufügen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Noch warm zu den Erdbeeren geben. Feta darüber bröseln. Umrühren. Servieren. Genießen. Ein einfaches und schnelles Rezept, tausendmal gesehen, doch immer wieder ein Genuss.

Welches Produkt aus der Küche habt ihr schon einmal verpönt und liebt es jetzt heiß und innig?


Lasst es euch schmecken!

Eure Desi

 

 

 

 

 

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